Bernhard Bock

Als Bernhard am 25. September 1936 das Licht der Welt erblickte, wurde er vom Klapperstorch, der offenbar etwas flügellahm war, im vierten Stock eines Seitenflügels im Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg abgelegt. Damit war für ihn eine Vorbestimmung getroffen. Noch als ein Kind des Friedens wuchs er zunächst behütet auf. Danach erlebte er Bombardements, seine fürsorglich liebende Mutter, mit der er die Kriegswirren gemeinsam durchlebte und einen durch den Krieg abwesenden Vater. Als Nachkriegskind, immer hungrig, freute er sich mit zwölf Jahren auf die Heimkehr des Vaters, der für ihn leider keiner sein konnte, musste er schmerzlich konstatieren. Er zeichnete gern und wollte mit der irrealen Vorstellung eines Kindes unbedingt Rembrandt werden. Oder Afrikaforscher. Als geborener „Ossi“ durchlebte er den Aufbau der sowjetisch besetzten Zone, erlebte die Gründung der DDR, bekam die Bedingungen der geteilten Stadt Berlin zu spüren und ist dabei aber trotzdem immer ein lebensbejahender fröhlicher Mensch geblieben. Seinen Zeichenstift tauschte er später symbolisch gegen einen Fotoapparat und stellte dabei fest, wie gut es sich damit „malen“ lassen würde. Zunächst als Foto-Kino-Kaufmann bei „Carl Zeiss“ Jena ausgebildet, brauchte er einen langen politisch bedingten Anlauf, um dann das Studium an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg zu absolvieren. „Filmfritze“ zu werden war sein Ziel. Als Produktionsleiter bei der DEFA nicht, aber später als Produktions-Chef beim Deutschen Fernsehfunk musste er bald bemerken, wie störend für ein Kunstempfinden das Administrative auch in diesem Genre sein kann. Fahnenflucht. Zurück als freiberuflicher Dramaturg schnupperte er gern wieder die Filmluft. Selbst im Rentenalter lies ihn das gestaltende Element nicht los. Als Videojournalist erfüllte er sich einen Traum für einen Privatsender viele Beiträge, es waren über 350 an der Zahl, zu schreiben, zu drehen und zu cutten. Doch zwischenzeitlich bekam er immer wieder so eine besondere Lust zu schreiben. Ob es nun Krimis, Fachliches für die „Berliner Zeitung“ oder auch Gedichte mit Sinn und Unsinn waren, es lies ihn nicht los. So kam es, dass sich einiges sammelte und seine Frau, die die Meinung vertrat, dass die von ihm ins Leben gebrachten Gedichte der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollten. So entstand ein Hörbuch, „BockSpäße“ getauft, literarisch – musikalisch aufwendig gestaltet, vom Artrocker Manuel Schmid produziert und Reinhard Fißler unterstützt. Auch hier leistete Harald Kretzschmar vom „Eulenspiegel“ mit seinen Illustrationen einen wunderbar ergänzenden Beitrag, der sich schlussendlich auch in dem danach erschienen Gedichtband fortsetzte. Eine runde Sache. Ja, damit nicht genug: Seit 2015 gibt es ein gleichnamiges Bühnenprogramm und erfreut sich großer Beliebtheit. Und auch die „Freitags-Novität“ bei Facebook bringt jedem Interessierten die Möglichkeit, in seinen Gedichten zu stöbern und sich daran zu erfreuen. Nun soll ein weiteres Baby die Welt erblicken: „Schon immer wollte ich zum Film“, sein Erstlingsroman. Aber keine Sorge, er ist selbst mit seinen 84 Jahren noch nicht Willens, seinen Stift beiseite zu legen. Er tüftelt schon an den nächsten Kurzgeschichten herum. Frei nach seinem Lebensmotto: „Das Leben ist schön, man muss es nur so sehen wollen.“

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Bernhard Bock

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Bücher

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Lesung aus dem Roman: „Schon immer wollte ich zum Film“


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